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F&E Call 2012

Seit Mai 2010 fokussiert das Forum neue Medien Austria die medienrelevanten Themen Qualität, Hochschuldidaktik und Technologie, jeweils im Bezug zu Lehre und Lernen im Kontext  "Neue Medien". 2011 wurden drei diesbezügliche hochschulübergreifende Arbeitsgruppen finanziert, deren Ergebnisse für die Delegierten des Vereins hier zugänglich sind.

2012 hat der Verein einen weiteren Forschungs- und Entwicklungs-Call zu den Themenfeldern ausgeschrieben. Folgende drei Projekte werden gefördert:

Live-Streaming: Technologien, Systeme und Lösungen zur Übertragung von Lehrveranstaltungen
eingereicht von Anton Tremetzberger (Universität Innsbruck)
Projektüberblick:
Neben der Aufzeichnung von Lehrveranstaltungen steht auch die Übertragung von Lehrveranstaltungen stark im Vordergrund: Einerseits erfordern steigende Studierendenzahlen eine hochqualitative Übertragung der Lehrveranstaltungen in andere Räumlichkeiten innerhalb der Universität (via Intranet), andererseits gilt es, die Flexibilität der Studierenden zu maximieren, die an unterschiedlichen Orten und mit unterschiedlichen, teils mobilen Endgeräten auch außerhalb der Universität Lehrveranstaltungen konsumieren wollen (via Internet).
Einzelne Universitäten haben schon Erfahrungen mit Live-Streaming gesammelt und verwenden dafür unterschiedliche Systeme. Teilweise sind diese Systeme auch stark an die jeweilige Infrastruktur, bzw. an die organisatorischen Abläufe der jeweiligen Institution gebunden. Trotz dieser individuellen Lösungen bestehen Gemeinsamkeiten, die eine Basis für weitere Entwicklungen und Implementierungen bilden.
Ziel des Projekts ist die Herausarbeitung dieser Basis von technischen Möglichkeiten zur Umsetzung und Implementierung von Systemen zur Übertragung von Lehrveranstaltungen. Die Basis wird in Form von unter den ProjektpartnerInnen diskutierten Kriterien gesammelt und in einem Werkstattbericht dokumentiert.

eLearning-Qualitäts-Evaluationstool – eLQE
eingereicht von Erwin Bratengeyer (Donau Universität Krems)
Projektüberblick:
Innerhalb des eLQE-Projektes wird ein Tool zur Evaluation von Prozess, Programm, Inhalt und Umsetzung universitärer eLearning-Maßnahmen entwickelt. eLQE unterstützt Programmverantwortliche und Lehrende bei der Planung und Durchführung von eLearning-Aktivitäten. Mittels des Evaluationstools werden Kriterien und Indikatoren bereitgestellt, um das eigene eLearning Angebot reflektieren und quantifizieren zu können. Qualitätsziele werden einleitend erfasst und anschließend auf Erfüllung überprüft. Der Quantifizierungsprozess des Tools liefert Daten, die eine Orientierung in Bezug auf die Erreichung der Qualitätsziele anbieten. Auf diese Weise kann eine ressourcenfreundliche Qualitätsentwicklung eingeführt und ein Optimierungsprozess durchgeführt  werden. Das Tool ermöglicht eine flexible Justierung entsprechend institutioneller bzw. individueller Qualitätsansprüche.
Das Tool wird als online bzw. offline verfügbares interaktiv verwendbares Programm entwickelt und stellt die Evaluationsergebnisse in anschaulich aufbereiteter Form dar.

Hochschulübergreifender Leitfaden für den kreativen Teil bei der Erstellung anwendungsorientierter Prüfungsfragen
eingereicht von Johannes Bernhardt (Medizinische Universität Graz)
Projektüberblick:
Ziel dieses Projektes ist es, die an österreichischen Bildungseinrichtungen vorhandenen Erfahrungen, Methoden und Vorgehensweise bei der Erstellung von schriftlichen Prüfungsfragen - allen voran Multiple-Choice-Fragen - zusammenzuführen. Der Schwerpunkt liegt dabei - anders als bei der vorhandenen Literatur zu diesem Thema - auf dem kreativen Teil der Erstellung. Es gibt zahlreiche Arbeiten, die sich mit Fragentypen und deren Vor- und Nachteilen, Auswertemethoden, formellen Kriterien und ungewollten Lösungshinweisen beschäftigen, diese geben unseren Lehrenden bzw. Fragenautorinnen und Fragenautoren zwar einen Rahmen vor, der Weg vom leeren Blatt Papier zu hochwertigen, validen und inhaltlich ansprechenden Fragen bedarf jedoch ebenso einer kreativen Anstrengung. Diese wollen wir bei unserem Projekt in den Vordergrund rücken und einen fachunabhängigen (!) Leitfaden erstellen, der es Lehrenden ermöglichen soll, rasch und unkompliziert, hochwertige - aber eben auch ansprechende - Fragen zu erstellen. Wir werden mit einer repräsentativen Auswahl an Bildungseinrichtungen in Österreich in Kontakt treten und diese befragen, wie ihre Methoden und Erfahrungen aussehen. Diese Ergebnisse werden anschließend zusammengeführt und in einem gedruckten Leitfaden präsentiert. Dieser kann Autorinnen und Autoren direkt als Hilfestellung dienen, er kann jedoch auch dazu dienen, Weiterbildungsinitiativen an den Einrichtungen mit Hilfe dieser Informationen inhaltlich zu ergänzen und zu erweitern.
In mehreren Arbeitspaketen wird diese Recherche an Bildungseinrichtungen in Österreich vorbereitet, durchgeführt, aufbereitet und abschließend für den fertigen Leitfaden formuliert. Aufgrund der Vielfalt der möglichen Rückmeldungen, werden wir versuchen, so viele Befragungen wie möglich vor Ort durchzuführen, werden diese aber bei Bedarf durch telefonische Interviews oder Webkonferenzen ersetzen bzw. ergänzen.


Der offizielle Projektstart erfolgte am 1. Juni 2012, die Projektlaufzeit beträgt zwölft Monate. Einen ersten Überblick über die geförderten Einreichungen haben die ProjektleiterInnen am 14. Juni im Rahmen des 10. E-Learning Tages an der Universität Innsbruck geben.