Modellfall Universität Graz
Ausgangslage und Vorgehensweise:
Im Modellfall der Universität Graz wurde der Schwerpunkt auf die Geisteswissenschaften und den verbundenen Mehrwert von ePortfolios für GeisteswissenschafterInnen gelegt, da konkretes Wissen über spezielle Kompetenzen der GeisteswissenschafterInnen in der Wirtschaft häufig fehlt. Die Folge ist, dass diese Kompetenzen (noch) nicht ausreichend am Arbeitsmarkt genutzt werden können. Selbststeuerung, Reflexionskompetenz und Lernkompetenz sind Beispiele für solche Schlüsselkompetenzen, die nicht nur im betrieblichen Alltag wichtig sind, sondern auch eine zentrale Rolle für die Personalentwicklung im Kontext des lebensbegleitenden Lernens spielen. Um derartige, praktisch vorhandene Fähigkeiten zum Einsatz zu bringen, ist es im ersten Schritt notwendig, sie zu diagnostizieren, explizit zu benennen und in geeigneter Form am Arbeitsmarkt zu kommunizieren.
Um vorhandene Kompetenzen gezielt weiter zu entwickeln und die eigene Profilentwicklung voranzutreiben, ist es zudem notwendig, sie zu dokumentieren und als Basis für eine konkrete Weiterbildungs- und Karriereplanung heranzuziehen - also die Forderung nach verantwortungsvoller Selbststeuerung im Prozess des lebenslangen Lernens umzusetzen.
Mit dem Instrument der Kompetenzportfolios (und ihrer flexibel handhabbaren Variante der ePortfolios) liegt an der KFU Graz ein Instrument vor, das diesen Ansprüchen gerecht wird und Studierende rechtzeitig (nämlich schon im Studienverlauf) dabei unterstützen soll, zu wissen, was sie wissen – und ihr Können im Sinne ihrer Berufsbiografie und des Arbeitsmarktes auch optimal zu entwickeln und einzusetzen.
Dem als Lernportfolio konzipierten ePortfolio-Modell der Akademie für Neue Medien und Wissenstransfer der Universität Graz liegt ein qualitativer Begleitprozess zugrunde. Die Lernenden erstellen ihr Portfolio bzw. erkunden ihren Kompetenzerwerb im Rahmen eines mehrstufigen Lernprozesses, begleitet von speziell ausgebildeten ePortfolio-BegleiterInnen. Als Vorteile für Studierende sind hier die durch den Begleitprozess einhergehende Arbeitserleichterung für Studierende, die Fachkompetenz der BegleiterInnen, die ein gelungenes Portfolio ermöglichen sowie die Förderung der Selbsteinschätzung der Studierenden zu sehen. Durch das Vertrautmachen mit dem Kompetenzvokabular werden Studierende befähigt, ihr Portfolio selbstständig weiterzuentwickeln.
Die Portfolios, wie sie im Rahmen des Grazer Modells entwickelt werden, enthalten konkrete Informationen über:
• vollständige Berufslebensläufe mit Kompetenzauswertungen der einzelnen
Stationen
• berufliche Vorerfahrungen, Informationen zur Studienwahl und –Motivation;
Informationen zur persönlichen Bedeutung des Studiums
• bevorzugte Themen und Inhalte im Studium; bevorzugte Methoden und
Arbeitsformen im Studium; Erfolge und Misserfolge
• Informationen über aktuelle Tätigkeiten parallel zum Studium
• berufliche Zukunftsvisionen und Wünsche
• konkrete Fachkompetenzen, Methodenkompetenzen, sozial-kommunikative
Kompetenzen, personale Kompetenzen und Sprachkompetenzen, dargestellt in einem Profil
Kontakt Akademie für Neue Medien und Wissenstransfer - Universität Graz:
Mag. Jürgen Hochsam (juergen.hochsam@uni-graz.at 0316/380-1097)
Mag. Kristina Neuböck (kristina.neuboeck@uni-graz.at)
