Einladung zum ersten österreichischen OER-Festival 07.03.2017

Am 31. Mai 2017 findet an der Universität Graz das erste österreichische OER-Festival statt. Die Veranstaltung bietet spannende Vorträge und Workshops rund um das Thema Open Educational Resources und wird vom Forum neue Medien in der Lehre Austria gemeinsam mit dem Projekt Open Education Austria organisiert.

Am 31. Mai 2017 findet an der Universität Graz das erste österreichische OER-Festival statt. Die Veranstaltung bietet spannende Vorträge und Workshops rund um das Thema Open Educational Resources und wird vom Forum neue Medien in der Lehre Austria gemeinsam mit dem Projekt Open Education Austria organisiert. Programm und Anmeldung unter www.fnm-austria.at/veranstaltungen/.

Was sind Open Educational Resources? Wie können Hochschullehrende freie Bildungsressourcen einsetzen und produzieren? Welche (rechtlichen) Rahmenbedingungen sind dabei zu beachten? Mit diesen Fragen beschäftigt sich das erste österreichische OER-Festival in Form von Vorträgen und Workshops.

Die eintägige Veranstaltung beginnt mit zwei Vorträgen: Dr. Dominic Orr vom Forschungsinstitut für Bildungs- und Sozialökonomie zeigt unter dem Titel „OER - viele Fragen, klare Antworten?“ die europäische und internationale Sicht auf OER und geht dabei besonders auf jene Fragen ein, die sich als wichtig bei der Entwicklung von und Förderung von OER herausgestellt haben. Im Anschluss erläutert Dr. Seyavash Amini, IVOCAT GmbH, juristische Implikationen, die mit dem Paradigmenwechsel von geschlossenen Klassenzimmern hin zum orts- und zeitunabhängigen Lehren und Lernen einhergehen. Unter dem Titel „Das Urheberrecht verstehen und für OER anwenden“ werden die rechtlichen Aspekte von OER im Detail beleuchtet.

Am Nachmittag stehen drei zweieinhalbstündige Parallelworkshops auf dem Programm. Diese beschäftigen sich mit dem Finden, Anwenden und Erstellen von OER, den rechtlichen Rahmenbedingungen von freien Bildungsressourcen sowie mit der Frage, wie OER an Hochschulen bestmöglich integriert werden können. Die Zusammenfassung der Workshop-Ergebnisse im Plenum bildet den Abschluss des Festivals.

Das detaillierte Programm ist unter www.fnm-austria.at/veranstaltungen/ abrufbar. Hier erfolgt auch die Anmeldung zur Veranstaltung. Die Teilnahmegebühren betragen für Mitglieder des Forum neue Medien in der Lehre Austria 80 Euro, für alle übrigen Teilnehmer/innen 100 Euro.

Das Forum neue Medien in der Lehre Austria (fnm-austria) bietet als etablierte Interessenvertretung ein lebendiges Netzwerk sowie die Entwicklung und Verbreitung von institutionsübergreifenden Maßnahmen und Modellen im Bereich der (technologiegestützten) Bildungsangebote. Im Jahr 2000 gegründet, ist der Verein das einzige landesweite und hochschulübergreifende E-Learning-Netzwerk im deutschsprachigen Raum. Die vertretenen Akteurinnen und Akteure pflegen einen regen und interdisziplinären Gedanken- und Erfahrungsaustausch sowie die Tradition einer effizienten Projektzusammenarbeit. Gleichzeitig ist fnm-austria die einzige Vereinigung in Österreich, die sich als hochschulübergreifende Interessenvertretung für den Einsatz neuer Medien in der Lehre stark macht.
Informationen unter www.fnm-austria.at.

Open Education Austria ist ein Projekt zur gemeinsamen Entwicklung einer nationalen Infrastruktur für Open Educational Resources (OER). Erstmals wird versucht, Dienstleistungen von E-Learning- Zentren, Zentralen Informatikdiensten und Bibliotheken zu verknüpfen, um Lehrende bei der Erstellung von OER-Materialien für Selbststudium und Lehre zu unterstützen. Ziel ist eine schrittweise Qualitätssteigerung im Lehren und Lernen sowie die Sichtbarkeit von Good-Practice Materialien. Das Projekt wird von der Universität Wien geleitet, Projektpartnerinnen sind die TU Graz, die Universität Graz und die Universität Innsbruck. Open Education Austria ist ein vom Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung im Jahr 2016 bewilligtes Hochschulraum-Strukturmittelprojekt und läuft bis Dezember 2018.
Informationen unter: www.openeducation.at

Abstracts der Vorträge:

Dr. Dominic Orr: „OER - viele Fragen, klare Antworten?“
Der Vortrag wird die europäische und internationale Sicht auf OER zeigen und insbesondere auf die besonderen Fragen eingehen, die sich als wichtig bei der Entwicklung von und Förderung von OER gezeigt haben. Diese sind: Was macht OER so besonders? Was sind OER überhaupt? Wer sind die Nutzergruppen von OER und wie können wir sie unterstützen? Hilfreich für die Antwort auf die letzte Frage ist der Bleistift-Metapher, der von der William and Flora Hewlett Foundation in ihrem Strategiepapier verwendet wurde.[1] Der Kerngedanke ist, dass wir OER als Mittel zum Zweck zu konzipieren sollen, d.h. OER sind gut, wenn sie zur Verbesserung von verschiedenen Aspekten des Bildungsangebots (z.B. Änderung der Bereitstellung von Bildungsressourcen und die Förderung der offenen Lehr/Lernmethoden) beitragen. Dieses Argument wurde im OECD-Bericht, für den der Vortragender Hauptautor war, ausgebreitet.[2] Gerade in Deutschland entsteht eine OER Infostelle[3], die Teil der Strategie des Bundesbildungsministeriums zur Förderung und Verbreitung von Wissen und Know-how zu OER ist. Die letzte Frage des Vortrags lautet also: was können wir von Deutschland erwarten?

[1] The William and Flora Hewlett Foundation. (2015). Open Educational Resources. Retrieved from http://www.hewlett.org/wp-content/uploads/2016/11/Open_Educational_Resources_December_2015.pdf

[2] http://www.oecd-ilibrary.org/education/open-educational-resources_9789264247543-en

[3] http://open-educational-resources.de/

Dr. Seyavash Amini: „Schutzrechte als Hemmschuh und Katalysator - Juristische Implikationen eines Paradigmenwechsels auf dem Gebiet der Bildung“
Einführend wird die Entwicklung von Unterricht und Lehre einerseits und der entsprechenden technologischen Umgebung andererseits nachvollzogen. Der Paradigmenwechsel von geschlossenen Klassenzimmern hin zum Ort- und zeitunabhängigem Lernen und Lehren sowie von standardisierten Lehr- und Lernplänen zu unbegrenzt gestaltungsoffenen Lern- und Lehrinhalten wird abgebildet. Darauf basierend werden die juristischen Implikationen dieser Entwicklung skizziert: Einerseits hemmen Schutzrechte die Entstehung und Vermehrung offener Bildungsressourcen. Andererseits verleihen sie den Schöpfern von Lehr- und Lerninhalten eine juristische Gestaltungshoheit, die jene Personen in die Situation versetzt, rechtlicher offene Bildungsressourcen zu schaffen und zu verbreiten. In diesem Zusammenhang wird auf die Bedeutung und Tragweite offener Lizenzmodelle eingegangen.
http://open-educational-resources.de/